"Kampfhunde"


Es gibt wenig Themen, die so emotional, und mit so wenig Sachverstand diskutiert werden, wie der Bereich der sogenannten „Kampfhunde“. Dieser Artikel ist der Versuch, ein wenig Hintergrundwissen zu vermitteln, denn jede Diskussion ohne sachliche Grundlagen verhärtet nur die Fronten und kann kein befriedigender Ansatzpunkt sein.

Vergeblich werden Sie in diesem Artikel nach Schauergeschichten von zerfleischten Passanten und den dazugehörigen blutrünstigen Bildern, in denen die Retusche noch kräftig mit dem Rotstift nachgeholfen hat, Ausschau halten. Sie werden keine Storys über Zuhälter und ‘Kampfmaschinen’ lesen - und auch nicht den Unsinn, dass besagte Hunde nicht auslassen können, oder ihre Welpen totbeißen. 

 

 

 

Meiner Meinung nach sollte man das Wort „Kampfhund“ zum Unwort erklären.

 

Kreiert von sensations-produzierenden Presse-leuten sagt dieser Begriff überhaupt nichts aus. Was eigentlich ist ein sogenannter „Kampfhund“?

 

Vielleicht ein Hund jedweder Rasse, der zum Kampf eingesetzt wird oder wurde? - Wenn ja - gegen wen?

Viele Politiker sind der Meinung, es seien dies Hunderassen, die gegen Menschen kämpfen.

Nun - dann wären die Gebrauchshunderassen - und damit der Schäferhund allen voran - „Kampfhunde“, denn sie werden tatsächlich von Polizei und Militär als Schutzhunde eingesetzt.

"Nähme man den Zeitungen ihren Fettdruck, um wie viel stiller wäre es auf der Welt."                (Kurt Tucholsky)

Bereits seit Anfang der 80er Jahre ist eine stetig zunehmende negative Darstellung unseres Haustieres Hund durch die Sensationsmedien zu beobachten. Als Stoff für eine völlig tendenziöse Berichterstattung dienen vereinzelte Zwischenfälle mit Hunden, deren Auslöser sich nach kritischer Recherche und Analyse der näheren Umstände fast ausschließlich im menschlichen Fehlverhalten finden.

Es entspricht nun jedoch ganz und gar nicht der Geschäftsphilosophie der Sensationsjournaille sachlich fundierte Inhalte zu vermitteln und ernsthafte Aufklärung zu betreiben. Sondern sie konzentriert sich darauf, eine möglichst breite Masse mit Klatsch und Tratsch sowie spektakulär aufbereiteten Beiträgen zu aktuellen Themen zu unterhalten und "ganz beiläufig" die öffentliche Meinungsbildung zu beeinflussen.

Hier besteht kein Bedarf an Ergebnissen sorgfältiger Recherchen und Details, die dem Leser/Zuschauer eine objektive Beurteilung des Sachverhalts erlauben würden. Denn ansonsten könnte schließlich passieren, was von diesen Medienvertretern gerade nicht angestrebt wird: Die Konsumenten ihrer Informationen könnten sich tatsächlich eine eigene Meinung bilden.

Durch diese Form der "Berichterstattung“, ihre anhaltende Dauer und Intensität wurde inzwischen ein Negativbild vom Hund erzeugt, das ihm als ältesten Begleiter und treuesten Freund des Menschen in keiner Weise gerecht wird. Substanzlose Spekulationen über die Menge seiner Hinterlassenschaften sowie irrationale Thesen und subjektive Vermutungen hinsichtlich seiner Gefährlichkeit, die tausendfach über die Sensationsmedien transportiert werden, dominieren die zumeist hochemotionale Diskussion.

Die positiven Eigenschaften des Hundes und die vielfältigen Dienste, die er dem Menschen z.B. als Haustier, Sozialpartner, Arbeitskollege oder Wirtschaftfaktor erweist, werden durch die tendenziöse Berichterstattung völlig überlagert und kaum noch hinreichend gewürdigt.

Insbesondere bei unseren Mitmenschen, die keinen Bezug zu Hunden haben oder sich ohnehin vor Hunden fürchten, haben die von den Medienmachern erzeugten Schreckenszenarien nachhaltige Wirkung hinterlassen. Vorurteile, Ängste und Sorgen wurden produziert und/oder bestärkt und beeinflussen mehr als je zuvor das Empfinden und Urteilsvermögen eines nicht unerheblichen Teils unserer Gesellschaft.

Ein Zustand, der sich leider auch schon seit geraumer Zeit auf die Forderungen und Entscheidungen von Politik und Rechtsprechung niederschlägt.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass inzwischen selbst der verantwortungs- und rücksichtsvollste Hundehalter in Begleitung seines noch so braven Vierbeiners die Auswirkungen der von den Medienmachern produzierten Klimaverschlechterung zu spüren bekommt.

Immer häufiger prägen Leinenzwang- oder Hundeverbotsschilder das Bild der Innenstädte; Parkanlagen und Grünflächen bleiben vornehmlich Interessengemeinschaften mit größerer Lobby vorbehalten und ein ausgeprägter Mangel an adäquaten Freilaufflächen lassen die artgerechte Hundehaltung zunehmend schwieriger gestalten. Und nicht zu vergessen die eifrigen Bemühungen, Tierfreunden in Form von Hundesteuer und deren kontinuierlicher Erhöhung die Haltung von Hunden madig zu machen.

Diese äußerst bedauerliche und beunruhigende Entwicklung war und ist der Antrieb meines Bestrebens, meinen Mitmenschen den Hund wieder als das bewusst zu machen, was er immer war und auch heute noch ist:

Prädestiniert als Freund des Menschen, ein wunderbares und wertvolles Wesen!

Und so möchte ich mit meinen Aktivitäten und dieser Internetpräsenz unserer Landesgruppe zur kritischen Überprüfung bestehender Vorurteile anregen und aufklären, um Verständnis für unser Anliegen und ein harmonisches Miteinander von Mensch und Hund werben.

Und nicht zuletzt: verantwortungsvollen und ambitionierten Hundefreunden sachdienliche Anregungen und Informationen für ein erfolgreiches Plädoyer für die gemeinsame Sache liefern.

Ich hoffe, dass ich mit dem Erscheinungsbild sowie der inhaltlichen Gestaltung unserer Internetpräsenz eine unserem Ziel entsprechende Plattform geschaffen habe, die Ihr Interesse weckt und wünsche Ihnen eine angeregte und aufschlussreiche Unterhaltung.

Peter E. Eßer, BfÖ Landesgruppe 07

 


 

Medien und deren Arbeitsweise

"Der geschickte Journalist hat eine Waffe:

das Totschweigen - und von dieser Waffe macht er oft genug Gebrauch." (Kurt Tucholsky)

Tatsachen werden verschwiegen und Unwahrheiten so lange wiederholt, bis auch der letzte Zweifler ihnen Glauben schenkt. Mehr über die Arbeitsweise der Medien erfahren Sie in den nachstehenden Zeilen.

Eine gefährliche Mischung

Panikmache durch die Medien, Hysterie in der Bevölkerung und Unfähigkeit in der Politik - Deutschland macht sich fit für das 21. Jahrhundert

Was haben die Themen Kampfhunde, Rechtsradikalismus, BSE,Vogelgrippe  und Uranmunition gemeinsam?

Bei allen wird eine zweifellos bestehende Problematik, die schon seit Jahren bekannt war, durch ein aktuelles Exempel, bei dem glücklicherweise Journalisten der Bild-Zeitung und von RTL-Explosiv anwesend waren, zu einem menschheitsbedrohenden Auftakt der Apokalypse hochgeschrieben bzw. -berichtet.

Gierig saugt das katastrophenhungrige Volk jede dieser Nachrichten auf, um sie anschließend mit einem "Sauerei, dem kleinen Mann auf der Straße hat man nie was davon gesagt!" zu kommentieren.

NRWs damalige grüne Umweltministerin Höhn hatte zwar nach zwei Beißvorfällen innerhalb von 48 Stunden ihre berüchtigte Hundeverordnung auf dem Tisch, doch eine vernünftige Definition eines gefährlichen Hundes war ihr so schnell nicht eingefallen.

Konsequenz: Wir wissen endlich alle, dass man Beißwut in Zentimetern (Körpergröße) messen kann, und die Tierheime quellen über vor Hunden, die zwar nicht böse sind, aber auf einer Liste stehen, die man sich in Düsseldorf mal eben ausgedacht hat. Die sonst so angriffslustige Ministerin hatte sich dem Druck gebeugt, den die Boulevardpresse mit ihrer Schlagzeile "Tötet die Bestien!" aufgebaut hatte. Hauptsache, das Gewissen ist beruhigt.

Auch das Verhalten der Deutschen beim Thema BSE legt die Vermutung nahe, dass die Inkubationszeit der Krankheit geringer als gedacht ist. Erst wähnen sie sich auf der europäischen Insel der Glückseligen, die als einzige von den Vorfällen verschont bleibt. Als dann die ersten BSE-Tests auch in Deutschland positiv sind, beginnt das kollektive Testamenteschreiben. An Fakten ist bisher lediglich bekannt, dass in England, dem Mutterland der verrückten Kühe und Fußballer, 84 Menschen an einer neuen Form der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit gestorben sind. Diesen stehen über 200.000 BSE-Rinder gegenüber, was schon angesichts der Quote die Furcht vor einer Epidemie ausschließen sollte. Wissenschaftlich nachgewiesen ist der Zusammenhang zwischen beiden Krankheiten bisher ebensowenig wie die Ansteckungsgefahr durch den Genuss von Muskelfleisch. Zur Sicherheit schlachten die Deutschen aber lieber die ganze Herde, anstatt den Rest der Tiere zu Forschungszwecken wie in der Schweiz zu beobachten.

Da die gemeinsame Sorge um die eigene Gesundheit im Land der Kassenpatienten inzwischen zur liebsten Freizeitbeschäftigung geworden ist, kam das Thema "Uranmunition" gerade recht, um für etwas Abwechslung von den inzwischen zur Gewohnheit gewordenen Nachrichten über "Rindfleisch-positive Leberwürste" zu sorgen. Zwar ist auch hier eine Verbindung zu den bekannten Leukämie-Fällen, insbesondere bei der Bundeswehr, medizinisch nicht bewiesen, aber allein der Begriff "Uran"garantiert auf den Titelseiten der Gazetten für eine Steigerung der Auflage. Der Sowjetunion wäre es in den Achtzigern sicher recht gewesen, wenn wir unsere Munition nach Kriterien wie "ökologisch abbaubar" statt nach der Durchschlagskraft ausgesucht hätten.

Durchschlagskraft bewies auch das gesamte Spektrum des deutschen Gutmenschentums am Beispiel des Rechtsextremismus, indem es nun beweisen will, dass die NPD nur noch durch ein Verbot an der Übernahme des Kanzleramtes gehindert werden kann. An keinem anderen Thema zeigt sich deutlicher die Gefahr intensiver Medien-Meinungsmache, die eine bestimmte Meldung bringen will und der jeder Auslöser recht ist, auch wenn er sich letztlich nicht als Naziattacke erweist. Das aktuelle Ausmaß der rechtsextremen Bedrohung auszuloten, soll hier gar nicht versucht werden - es ist in der gebotenen Kürze auch nicht möglich, will man sich nicht auf eine Stufe mit der eben kritisierten deutschen Öffentlichkeit stellen, die durch mehr Berichterstattung auch mehr Vorfälle präsentieren kann. Man findet zu keiner Lösung, wenn man vor bestimmten Tatsachen die Augen verschließt, deren Berücksichtigung politisch unkorrekt wäre - so ist z.B. klar, dass Rechtsextremismus ein gesamtdeutsches, weil gesellschaftliches Problem ist.

Wenn nun also zum Fehlverhalten der Medien und der Bevölkerung auch noch Unfähigkeit der Politik kommt, was man neudeutsch als "Bundesregierung" bezeichnet, wird auch die Reichweite des Grundgesetzes eingeschränkt.

Peter E. Eßer, BfÖ Landesgruppe 07


Das obere Ende der Leine

Von Hunden, Menschen und dem Leben im „gemischten Rudel“

Der Hund machte im vergangenen Jahr eine unheimliche Medienkarriere: Vom treuesten Freund des Menschen hin zur hemmungslosen „Beißmaschine“.

Wie es wirklich um die Gefährlichkeit von Hunden steht und welche Rolle der Mensch als „das obere Ende der Leine“ spielt, dazu fragte die Redaktion Dr. Barbara Schöning. Sie ist Fachtierärztin für Verhaltenskunde mit Zusatzbezeichnung Tierverhaltenstherapie.

Redaktion: „Kampfhund“ heißt es immer wieder in den Schlagzeilen. Ist das eine spezielle Rasse?

Schöning: Den „Kampfhund“ gibt es nicht. Das Wort ist ein populistischer Begriff, der von den Medien erfunden wurde. Im Zusammenhang mit Berichten über Beißvorfälle, bunt gemischt mit einigen historischen Sequenzen und der Tatsache, dass Menschen Hunde auch zu Schutzzwecken einsetzen und ausbilden hat sich dann wohl dieses Schlagwort vom „Kampfhund“ entwickelt. Tatsache ist dagegen, dass Aggressionsverhalten zum normalen Verhaltensrepertoire von jedem Hund gehört und somit jeder Hund gefährlich für die Umwelt werden kann. Auch wenn Medienberichte es uns anders glauben machen wollen – Hunde der verschiedensten Rassen sind in der Vergangenheit mit Beißvorfällen auffällig geworden, nicht nur die immer so gerne zitierten Rassen, die von den Medien als „Kampfhunde“ bezeichnet werden.

Redaktion: Wenn es nicht die Rasse ist, was ist es dann, das den Hund gefährlich macht?

Schöning: Es gibt keine statistisch relevanten wissenschaftlichen Untersuchungen, um einzelnen Rassen tatsächlich eine stärkere Aggressionsbereitschaft und damit Gefährlichkeit zuzuweisen. Es gibt aber entsprechende Untersuchungen, die zeigen, was generell auf die Aggressionsbereitschaft eines Hundes verstärkend einwirkt und somit dann eine erhöhte Gefährlichkeit des individuellen Hundes bewirken kann. Mangelnde Sozialisation ist ein Hauptgrund, denn sie führt u. a. zu erhöhter Ängstlichkeit, mangelnder Kommunikationsfähigkeit, Stress- und Frustrationsintoleranz. Genau diese Punkte beeinflussen die Motivation des Hundes zur offensiven Attacke: Stress, Angst, Frustration. Wenn dann der Halter auch noch unbewusst oder sogar bewusst verstärkend auf die Aggressionsbereitschaft des Hundes einwirkt, steigt die Gefährlichkeit.

Redaktion: Sind Hunde in den letzten Jahren gefährlicher geworden?

Schöning: Es gibt keine genauen Zahlen, wie oft und wen Hunde beißen. Auch die einzige „offizielle“ Statistik, nämlich vom Deutschen Städtetag ist statistisch nicht relevant. Sie erfasst beispielsweise nur Fälle, die den Behörden gemeldet wurden – viele Beißunfälle passieren aber zu Hause in der Familie und werden sicherlich nicht angezeigt. Die Frage nach einer eventuellen Zunahme der Gefährlichkeit lässt sich damit also auch nicht beantworten.

Redaktion: Welche Rolle spielt der Hundehalter, das „obere Ende der Leine“?

Schöning: Es hat in den letzten 25 bis 30 Jahren einen deutlichen Wandel in der Mensch-Hund-Beziehung gegeben. Der Hund ist heute kaum noch Arbeitstier sondern eher reiner Sozialpartner des Menschen, also Familienhund. Bei manchen Hunderassen, beispielsweise einige Jagd- und Hütehunde, kann dies zum Problem werden, wenn sie nicht durch andere, spielerische Aufgaben entsprechend gefordert und beschäftigt werden. Zur Rolle des Hundehalters: Charakter, Wesen und Verhalten eines jeden Lebewesens entwickeln sich durch Umwelterfahrungen auf der Grundlage von angeborenen Komponenten. Dabei kann man für keine Komponente – angeboren/Umwelt – sagen, wie groß der jeweilige Einfluss nun genau ist. Sicher ist aber, dass der Halter einer der, wenn nicht der wichtigste Umwelteinfluss im Leben eines Hundes ist. Insofern spielt das „obere Ende der Leine“ eine ganz maßgebliche Rolle, wenn ein Hund problematische oder gestörte Verhaltensweisen entwickelt.

Redaktion: Was kann der Hundebesitzer tun, damit sein Hund „der beste Freund des Menschen“ wird und bleibt?

Schöning: Er sollte einen Hund kaufen, der, dem Alter des Tieres entsprechend, schon gut sozialisiert ist. Er muss dann weiter an der Sozialisation des Hundesarbeiten und den Hund gesund halten; für die Sozialisation können so genannte Welpenspielgruppen ein Hilfe sein. Schließlich muss er an der Erziehung des Hundes arbeiten, sodass letztendlich ein gut erzogener, umweltsicherer und sozialverträglicher Hund das Leben mit dem Halter teilt.

Redaktion: Halten Sie einen Hundeführerschein für sinnvoll?

Schöning: Ja, sehr, denn Fachwissen ist notwendig, um den Hund gut erziehen, halten und pflegen zu können, d.h. es dient auch dem Tierschutz. Grundsätzlich sollten alle Hundehalter Sachkunde erwerben, selbst wenn es auf den ersten Blick für die Halter von großen Hunden wichtiger erscheint – was beim Dackel noch niedlich ist, wird bei der Dogg leicht bedrohlich.

Redaktion: Seit dem letzten Jahr haben die meisten Bundesländer Hundeverordnungen neu erlassen bzw. bestehende geändert. Ist damit der Schutz vor gefährlichen Hunden verbessert worden?

Schöning: In meinen Augen nein. Alle Landesverordnungen bis auf diejenige von Thüringen enthalten Rasselisten, auf die sich die Bestimmungen dann pauschal beziehen. Dass bestimmte Rassen per se gefährlich sind, ist, wie gesagt, wissenschaftlich gar nicht zu belegen. Außerdem wird damit der Tatsache, dass jeder Hund gefährlich werden kann, nicht ausreichend Rechnung getragen, selbst wenn die Verordnung auch den „gefährlichen Hund als solchen“ noch weiter definiert. Mit diesen Verordnungen wird weiter überhaupt nicht berücksichtigt, dass das Gros aller Zwischenfälle – auch der dramatischen – mit Hundenim privaten häuslichen Rahmen passiert. Aus meiner Erfahrung ist mangelnde Sachkunde der beteiligten Personen in der absoluten Mehrzahl dieser Zwischenfälle die Ursache.

Redaktion: Viele Bundesländer sehen so genannte Wesenstests vor, um gefährliche Hunde zu erkennen und z.B. mit Maulkorb- und Leinenzwang zu belegen. Bieten diese Tests wirklich Sicherheit?

Schöning: Durch diese Tests können Hunde identifiziert werden, die sich durch eine gesteigerte Aggressionsbereitschaft und mangelnde aggressive Kommunikation in bestimmten Situationen auszeichnen. Diese Punkte machen maßgeblich die Gefährlichkeit eines individuellen Hundes (jeder Rasse!) aus. Dabei liefern die Tests keine allgemein und für den Rest des Hundelebens gültigen Aussagen. Sie können nur Hinweise auf bevorzugte Verhaltensreaktionen eines individuellen Hundes in bestimmten Situationen geben.

Redaktion: Wie können Tierärzte dem Menschen und seinen Hunden helfen?

Schöning: Tierarztpraxen sind eine Anlaufstelle für jeden Halter, wenn es um die Gesundheit des Hundes geht. Tier ärzte können generell „rund um den Hund“ informieren und zum Beispiel geeignete Ausbildungsorte oder Welpengruppen nennen. Tierärzte sind die richtige Anlaufstelle, wenn Verhaltensprobleme oder -störungen auftreten und sie bringen ihr Fachwissen bei der Beurteilung der „Gefährlichkeit“ eines Hundes ein.

Redaktion: Bei allen potenziellen Problemen und Gefahren, die Sie genannt haben: Raten Sie davon ab, sich einen Hund zu halten?

Schöning: Nein! Hunde bereichern das Leben ihrer Halter. Sie sind sehr kommunikative und hochsoziale Lebewesen und das Leben im gemischten Rudel „Hund-Mensch“ funktioniert gut, wenn der Mensch sich im Vorwege Gedanken macht und dann bereit ist, sich auf die Bedürfnisse des Tieres einzustellen. Viele Studien belegen die positiven Aspekte der Hundehaltung und dies auch, aber nicht nur für Kinder oder ältere und kranke Menschen.


Diese Rubrik ist den Medien und deren Arbeitsweise gewidmet. Ich werde mich an dieser Stelle bemühen, Ihnen durch plakative Beispiele die Tricks und Möglichkeiten aufzuzeigen, mit denen ein nicht unerheblicher Teil der Vertreter dieses Berufstandes geschickt die Gedanken der Leser manipuliert und so massiven Einfluss auf unsere Entscheidung- und Urteilsfindung ausübt.

Ich bin jedoch auch um Objektivität bemüht und freue mich deshalb nicht nur über die Zusendung von negativen Beispielen, sondern insbesondere auch über jede Zusendung von positiver (sachlicher, objektiver) Berichterstattung zum Thema Rottweiler.

Insofern meine Bitte an Sie: Helfen Sie mir durch Ihre Anregungen, Erlebnisse oder Zusendung von Artikeln diese Seite zu gestalten.

 

 

Landesgruppe Rheinland